CNTRM Chapter 4

2018 Berlin

Das Wahrnehmen von Zeiten und Prozessen steht immer in Abhängigkeit zur Perspektive der Betrachtung.
Dass der Inhalt von Thermoskanne und Brotbüchse sich alltäglich dem Ende entgegen neigten, oder der Wandel der Jahreszeiten Mütze, Handschuhe und Schal immer wieder zum Vorschein brachten, könnte dem Pförtner in seinem Wachhäuschen kleine oder große Veränderungen vor Augen gehalten haben.

Allerdings kreiert die Redundanz in Aufgaben wie Warenannahme, Kontrolle, das Öffnen und Schließen der Schranke, vielleicht eine gewisse Art von Interferenz innerhalb der zeitlichen Wahrnehmung.

Fabian Reimanns Installation für Kapitel 4 im CNTRM ist eine Imagination von scheinbar zeitlosen Fantasien der ehemaligen Pförtner des Centrum Warenhaus, die wie in einem Kopfkino gleichzeitig ein Spiegel des Ortes und dessen Funktion darstellt. Reimann führt uns allerdings keinen starren Rückblick vor, sondern eine Vision aus Mobilität und Geschwindigkeit.

Mit Kapitel 12 wurde der Pförtner-Pavillon in der Nähe des Berliner Ostbahnhof nach über 20 Jahren wieder geöffnet und es beginnt der Prozess der Erneuerung und des Sichtbarwerdens. Die geplante Renovierung wird mit Kapitel 1 im Oktober 2018 abgeschlossen werden und dann einen Eindruck vermitteln, wie das Pförtnerhaus vor 40 Jahren ausgesehen hat. Parallel hierzu entwirft CNTRM mit eingeladenen Künstler*innen einen zweiten Handlungsstrang, der als Hauptakt (Kapitel 11 – 2) aus zehn Ausstellungen besteht. Diese künstlerischen Interventionen beziehen sich auf den jeweiligen Renovierungszustand des Pförtner-Pavillons.

CNTRM ist ein Projekt von Christof Zwiener