Ez Chaim

2017 Angelika Waniek Cornelia Siebeck Ines Weizmann

Es gibt eine Leerstelle mitten in Leipzig, eine Leerstelle, auf der sich einmal die größte  orthodoxe Synagoge befand. Zur Reichspogromnacht brannte sie ab. 2017 war da ein Parkplatz. In dem Stadtteil, von dem ich nun berichte, ist ein Bürgerverein sehr engagiert um das Zusammenleben und die Geschichte dieses, des Kollonadenviertels. Fast Tür an Tür mit diesem Bürgerverein ist der KV-Verein für zeitgenössische Kunst. Durch meine Mitarbeit in diesem Verein und die Erfahrungen aus dem Projekt Kaufhaus Joske hielt ich es für genauso naheliegend wie wichtig, über diese Leerstelle öffentlich zu sprechen und zu diskutieren. Dazu hatte ich im Rahmen der Jüdischen Woche Leipzig 2017 einen Abend in Zusammenarbeit der beiden Vereine entwickelt.

Dazu war Angelika Waniek für eine Performance an dem Erinnerungsort, der Leerstelle d Synagoge eingeladen. Im Anschluss gab es Vorträge und Gespräche mit Prof. Dr. Ines Weizmann, Cornelia Siebeck und allen weiteren Gästen im KV. Für den Raum hatte ich als Intervention in Anspielung auf die Zerstörung jüdischer Geschäfte und Gotteshäuser zur Reichsprogromnacht eine Schaufensterscheibe entfernen lassen. Diese Leerstelle war der einzige Ein- und Ausgang des Abends.